Gütersloh (kgi). Es ist Montag - DER Montag, auf den wir lange gewartet haben. Es ist so weit, die 10. Woche der kleinen Künste auf dem Dreiecksplatz ist in greifbare Nähe gerückt! Nur noch ein paar Minuten, der Platz füllt sich mehr und mehr. Auch wenn sich nach einem Tag voller Sonnenschein dunkle Wolken über den Platz ziehen verliert niemand einen Gedanken daran, vielleicht doch besser schnell noch vor dem Regen zu flüchten. Der Westfale an sich ist außerdem zäh, da schaden ein paar Tropfen nicht.
Auch wenn pünktlich zur Ansage des ersten Vorsitzenden der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V., Volker Wilmking, die ersten Tropfen harabfielen und die Sicht alsbald durch ein Meer von Regenschirmen verdeckt war - die gewisse Dickköpfigkeit, die den Güterslohern auch nachgesagt wird, sollte sich mehr als lohnen! Denn mit den ersten Tönen des "International Cajun Trio" ging der Regen und überflutete diese lebensfrohe Musik das Dreieck. Die gelungene Mixtur aus Blues, musique francaise, Jazz, Country und kreolischen Rhythmen kam beim zuerst zögerlichen Publikum nach und nach immer besser an. Ein wenig warm werden ist aber wohl gestattet, wurde diese kurze Phase doch kurze Zeit später mehr als ausgeglichen, als der "Mann aus der Bretagne" Yannick Monot den ganzen Platz sogar dazu brachte, auf französisch mitzusingen. Klarer Sieg für den kleinen Franzosen, der gemeinsam mit Helt Oncale (USA) und Biber Herrmann (D) den Platz mit purer Lebensfreude und rasanten Rhythmen überzeugend auf die folgenden Tage einstimmen konnte.
Nach dem Auftritt zeigte sich Monot, der bereits 2002 mit seiner Band "Nouvelle France" an gleichem Ort zu sehen war, beeindruckt von der Professionalität der Veranstalter: "Wenn man gute Musiker haben möchte muss man sie auf ein Fest einladen, bei dem sie spielen dürfen. Wenn sie sich wohl fühlen werden sie gut spielen!". Und gleich im nächsten Satz fügt er hinzu: "Wir sind hier sehr freundlich empfangen worden und fühlen uns richtig gut hier!".
Nicht weniger begeistert zeigte sich Florian Stubenvoll. Gemeinsam mit seinem "Ensemble Vinorosso" zeigte er, dass traditionelle Orchester-Instrumente viel mehr hervorbringen können, als klassische Musik. Schwungvoll, immer nach vorn gespielt, immer schneller und vor allem immer faszinierender präsentierten sich die Musiker voller Spielbegeisterung dem Publikum. Bereits beim ersten Stück wurde es für einen Moment ruhiger auf dem sonst so belebten Platz, horchten viele wohl überrascht von der enormen Klangpräsenz auf und erlebten von hier an eine musikalische Reise um die Welt. Faszinierende Brüche in Stil und Rhythmik, eine unglaubliche Energie und dazu ein gewisses Maß an Prefektionismus ließen die Zuhörer staunen. Und das wurde auch entprechend honoriert - Standing Ovations und drei Zugaben gab es zum Schluss des Abends, der wohl noch viel länger hätte gehen können.
Stubenvoll nach dem Auftritt: "Dass Publikum ist echt gut abgegangen, das hätte ich nicht erwartet". Von wegen zäh und Sturköpfig also: Die Dreiecksplatz-Besucher haben an diesem ersten Abend der Woche gezeigt, dass sie auch anders können. Vielleicht sind viele Gütersloher eben doch nicht "der Westfale an sich" - wir werden es im Laufe der Woche sehen!
Erwartungsvoll blickt auf einen kommenden Dienstag-Abend: Der Platz-Schreiberling Ben.
p.s.: Am Dienstag gibt es erstklassigen Jazz und Blues mit dem "Paul Millns Trio" und "Georgie Fame" mit der "UniBigband Bielefeld"
am 19/08/09 um 09:40
Das International Cajun Trio wünscht der Woche der klein Kunst ein riesen Erfolg !!! Es war wunderschön in Gütersloh.