Gütersloh (kgi). Ja, das war Partystimmung pur, was da am Freitag den Dreiecksplatz flutete. Und das nicht erst, wie so oft in diesem Jahr, mit Einbruch der Dunkelheit, sondern direkt vom ersten Ton an. Und auch anders als sonst war die Mischung des Publikums, in das sich mehr und mehr jüngere Besucher mischten. Eine wunderbare Mischung aus generationenverbindender Musik wurde geboten, sicher auch ein Grund, warum die Wiese bald bis zum letzten Stehplatz gefüllt war. Die angenehmen Temperaturen taten ihren Rest zur so beliebten Atmosphäre der "Woche" - ein abermals wohl unvergesslicher Abend konnte beginnen.
Alles andere als "nur" die Aufheizer des Abends waren Timid Tiger aus Köln, die den Anfang zur "Walter's Night" machten. Gewidmet war dieser Abend traditionell dem verstorbenen Piano-Wirt Walter Schmäling, der maßgeblich zur Entstehung der überaus erfolgreichen Veranstaltungsreihe beigetragen hat. Timid Tiger, das sind fünf Jungs, die in ihrer noch jungen Band-Geschichte ein überaus hohes musikalisches Potential an den Tag legen und mit der Unterzeichnung eines Plattenvertrages sicher schon bald im größeren Stil von sich hören lassen werden. Als "kaum zu definierenden Sound" bezeichnete der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft und gleichzeitig Vater des Drummers der Band, Volker Wilmking, das, was da kommen sollte. Sicher traf er damit den Nagel auf den Kopf, zelebrieren die Tiger doch einen neuen, unverbrauchten und unverwechselbaren Stil, der sich aus vielen Elementen moderner Musik zusammensetzt. Da trifft Indie-Rock auf Synthesizer-Sound, vermischt sich Hip-Hop mit einprägsamen Melodien und treiben stramme Beats die Stimmung in die Höhe.Würde Musik-Theorie heute neu geschrieben, sollte man diese Mischung unbedingt im Auge behalten und vorsorglich als eine Art "Dschungel-Tiger-Sound" definiert festhalten.
So rockte Timid Tiger los, bewies außerordentliche Live-Qualitäten, heizte kräftig ein und sammelte ordentlich Sympathiepunkte beim Publikum. Einen ersten Höhepunkt erreichte der Abend, als Volker Wilmking die Fünf für ein Stück mit seiner Querflöte begleitete und einen Hauch Jethro Tull in die Musik einwebte, als wäre es nie anders gewesen. Die Entwicklung dieser Band wird in Gütersloh sicher weiter im Blickpunkt des Interesses bleiben.
Doch wie gesagt, es war erst der Anfang eines wunderbaren Abends. Nach einer kurzen Umbaupause trat ein "Kleinorchester" der besonderen Art auf die Bühne. Vielen Besuchern war die Willi-Lohmann-Kapelle aus Bielefeld schon vor diesem Abend ein Begriff, viele sind extra angereist um sie in diesem einmaligen Ambiente des Platzes zu erleben und andere waren schnell überzeugt, dass der Abend ein musikalisch-rasantes Ende nehmen würde. Rhythm & Blues in seiner reinsten Form und eine Kapelle in bester Verfassung steigerten die (eigentlich kaum noch zu steigernde) Stimmung ins unermessliche, spätestens, als zum großen Finale dieser 10. Woche nahezu alle lokalen Musikgrößen als "very special friends" mit auf die Bühne kamen. Michael van Merwyck, Gerry Sponner, Steve Haggerty, Benjamin Bobe und Phil Shackleton, um hier nur ein paar Namen zu nennen, brachten diese absolut gelungene Jubiläumswoche gemeinsam mit Willi Lohman und seiner Mannschaft zu einem würdevollen Ende - begleitet von leuchtenden Wunderkerzen und zu Recht mit tosendem Applaus belohnt.
So endet tatsächlich auch für das Kulturgueter-Team eine spannende und teils lehrreiche Woche. Ich bedanke mich bei meinen einfach nur tollen "Mitarbeitern"! Hier und da werden wir noch Geschichten nachreichen, auch ein Video wird es in den nächsten Tagen zu sehen geben - vorbeischauen lohnt also weiterhin!
Ich bin mir sicher: Wir lesen uns! Zufrieden grüßt: Der Ben.