21.08.2009 16:22

WdkK : DONNERSTAG - Swingen bis zum bitteren Ende

Rubrik: Spezial WdkK 2009
Von: Benh

Oder: Wer hören will muss fühlen...

Gütersloh (kgi). Manchmal muss man bis zum Ende bleiben, um die wirklich einmaligen Momente der Woche der kleinen Künste mitzuerleben. Der vierte Abend begann wie geplant, einzige Besonderheit vielleicht die Tatsache, dass der wohl heißeste Tag des Jahres 2009 langsam zu Ende ging. Wohl niemand hätte bestritten, dass er sich endlich eine Abkühlung wünscht - vielleicht aber dann doch besser erst nach den Auftritten der "Young Sinatras" und der "Mardi Gras.bb". Aber wann richtet sich das Wetter schon nach Wünschen?

 

Den Anfang machten an diesem Abend die "Young Sinatras" aus Amsterdam. Erlebten sie Gütersloh 2008 noch im Regen, kamen sie gerne im trockenen wieder und begeisterten erneut das Publikum, dem neben der Musik besonders die charmanten Ansagen des Sängers Paul van Kessel gefielen. Musikalisch boten die zehn Musiker nur das Beste aus ihrem reichen Swing- und Balladen-Repertoire, immer wieder gekreuzt von sensationellen Solo-Einlagen der Bläser-Fraktion, die sich hin und wieder auch ein "Battle" lieferte - unnachahmlich lebendig warfen sich die Musiker die Klang-Bälle zu, bauten Spannungen auf und lösten diese gekonnt wieder. Ein Big-Band-Erlebnis der besonderen Art war es, das der Platz erleben durfte.

 

In der etwas längeren Umbaupause fand der erste Vorsitzende der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V., Volker Wilmking, Zeit, einen neuen Mitglieder-Stand zu verkünden und Werner Pollmüller als 700. Mitglied persönlich auf der Bühne zu begrüßen. "Wir haben uns für diese Woche die Marke von 777 Mitgliedern gesetzt, ich glaube wir sind auf einem guten Weg", kommentierte Wilmking diese positive Nachricht mit einem Augenzwinkern. Aber was noch nicht ist, kann durchaus ja bald schon Wirklichkeit werden. Die Zeichen stehen auf Wachstum!

 

Nach dem Umbau stand eine Formation auf der Bühne, die den Dreiecksplatz schon 2007 mächtig zum Beben gebracht hat. Und bereits die ersten Töne von "Mardi Gras.bb" ließen vermuten, dass es diesmal nicht anders kommen sollte. Anders allerdings waren die Bedingungen, die sich auf und um den Platz rasant ausbreiteten: Ein angenehmer Wind kam auf, begleitet von einem faszinierenden Lichtspiel in Form von immer stärker werdendem Wetterleuchten. Der Frontmann der Band Jochen "Doc" Wenz nahm es mit Humor: "Im Vorfeld des erholsamen Unwetters am heißesten Tag des Jahres 2009 spielen zu dürfen hat ja fast eine historische Tragweite" - Recht hat er, zumal das, was später noch kam, sicherlich ein weiterer unvergesslicher Moment dieser Woche werden sollte. Doch zunächst besann man sich auf das, worauf viele der Besucher schon gewartet haben: Hämmernde Schlagzeug-Beats, eingängige Brass-Phrasen und das absolute Gefühl für den einmaligen Mardi-Gras-Sound. Zum ersten Mal in dieser Woche wurde intensiv vor der Bühne getanzt - nach dem Erfolg vor zwei Jahren wurde vorsorglich die erste Bankreihe entfernt.

 

So ging alles bis zum letzten Stück gut, das beeindruckende Wetter-Schauspiel sorgte für eine einmalige Atmosphäre - hätte das Publikum nicht (berechtigter Weise) lautstark eine Zugabe gefordert! Die ersten Trommelschläge des Songs "Jungle Telegraph" kamen einem Donnergrollen gleich, wirkten wie ein Regentanz und beschwörten so die ersten dicken Tropfen hervor. Mit der Musik steigerte sich auch die Intensität des Niederschlages, echter Donner mischte sich stilvoll mit ein, ein regelrechter Wolkenbruch überkam den Platz - und das Publikum blieb zahlreich einfach stehen, lediglich hier und da schnellte ein Schirm in die Höhe. Und während die Einen eilig die Technik in Sicherheit brachten wurden noch zwei weitere Zugaben zum Besten gegeben, diese allerdings Akustisch ohne weitere Verstärkung. Da standen eben Profis auf der Bühne!

 

Der Donnerstag-Abend dieser Woche der kleinen Künste wurde so zu einem Fest für alle Sinne. Alle, die sich bis zum Schluss vor der Bühne getummelt haben, werden diesen Abend sicher nie vergessen!

 

Beeindruckt von der Standhaftigkeit dieser Ostwestfalen grüßt herzlich: Der Ben.

 

 


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