Gütersloh (kgi). Heute machen wir es anders als sonst und fangen mit ein paar zusammenfassenden und charakteristischen Worten zum zweiten Abend der "Woche der kleinen Künste 2009" an: Charismatisch, Druckvoll, Stimmungsgeladen und einfach besonders. Wohl nirgendwo sonst kann man sich inmitten von weit mehr als 1000 Menschen so wohl fühlen, als würde man im eigenen Wohnzimmer gemütlich bei einem abendlichen Glas Wein sitzen. Ganz Gütersloh schien unterwegs zu sein, um Zeuge dieses fast unglaublichen "Spektakels" zu werden. Denn auch an diesem Abend hat es sich gelohnt, den Weg auf sich zu nehmen!
Den Beginn machte an diesem lauen Sommerabend das Paul Millns Trio. Bodenständiger und ehrlicher Blues, gefühlvolle Balladen, wie sie der Platz wohl selten gehört hat - eine Mischung, die als Einstimmung auf den Abend etwas "dahinplätscherte", während die Aufmerksamkeiten des Publikums zunächst noch deutlich anders verteilt waren. Doch wer genauer hinhörte, der konnte die besonderen Qualitäten der drei Musiker wahrnehmen, konnte hören, warum der Sänger und Pianist Paul Millns von Kritikern hoch gelobt und mit Musik-Größen wie Joe Cocker, Randy Newman oder Tom Waits verglichen wird. Besonders die ausdrucksstarke Stimme zog das Publikum mit der Zeit dann doch mehr und mehr in seinen Bann. Die ruhige und sehr gefühlvoll intonierte Zugabe nach etwa einer Stunde Programm hinterließ einen intensiven und besonderen Nachklang für die kurze Umbaupause.
Mit der Idee, Bands und Künstler der vergangenen Jahre zur zehnten "Woche" erneut auf den Platz zu holen entstand auch der Gedanke, dass verschiedene Gruppen neu miteinander kombiniert werden könnten. So kam es, dass bereits vor gut 1 1/2 Jahren feststand, dass sich Georgie Fame, seinerseits weltbekannter Musiker und bereits 2005 auf dem Dreiecksplatz mit seinen Söhnen zu Gast, erneut auf den Weg nach Gütersloh machen würde, um gemeinsam mit der Uni-BigBand Bielefeld eine Auswahl seiner zahlreichen Big-Band-Arrangements zu präsentieren. Der Kontakt wurde über den Mitorganisator Uli Twelker hergestellt, der mit der Musiklegende bereits seit gut 27 Jahren bekannt und mittlerweile auch befreundet ist.
Eigens für diesen einmaligen Auftritt flog Twelker im März persönlich zu Fame und brachte die Noten für zehn Stücken mit, die sich die Big-Band ausgesucht hatte. "Teilweise waren Original-Partituren von 1968 dabei", berichtet der Musiker von der Reise. Insgesamt ein halbes Jahr wurde in Bielefeld geprobt. "Es war eine große Herausforderung - sowohl die Literatur als auch die Arbeit mit diesem namhaften Künstler", berichtet der Big-Band-Trompeter Elmar Westerbarkey. Doch der Aufwand habe sich gelohnt, "und Spaß hat es auch gemacht!".
Am Montag war es dann soweit: Georgie Fame reiste nach Stationen in Norwegen und Schweden von Kroatien aus nach Gütersloh, probte mit der Band und stand schließlich am Dienstag auf der Dreiecksplatz-Bühne. Mit den ersten Tönen war klar, wo es an diesem Abend musikalisch hingehen sollte. Der "Meister" zeigte mit sichtlichem Spaß, wie mitreißend und faszinierend diese Art der Musik sein kann. Er hatte sowohl das Publikum als auch die bestens vorbereitete Band fest im Griff, gab kurze Erläuterungen und füllte den Platz mit seinem einmaligen Charme und seiner absoluten Präsenz. Sowohl gesanglich als auch an der Hammond-B3-Orgel gab er alles für die begeisterten Zuhörer.
Am Mittwoch schon geht es für ihn für eine Woche zurück nach Schweden, dann nach Japan. Doch der kurze Aufenthalt in Gütersloh hat ihm sichtlich gefallen. So wurde der Platz für einen Abend auch zu seinem Wohnzimmer - gemeinsam mit einem begeisterten Publikum.
Auch am Mittwoch kann dieses besondere Dreiecksplatz-Feeling genossen werden. Dann heißt es "Willkommen zum Galaabend!" mit Cellomania, Thomas Philipzen und Robert Kreis.
Ich freue mich drauf! Es grüßt aus dem nächtlichen Gütersloh: Der Ben von KGI.