12.01.2011 14:02

Überleben vor der Haustür: Jugendprojekt im Freien bei Minusgraden

Rubrik: Open-Air, Schulkultur, GTextra
Von: gpr

Gütersloh (gpr). Schon bei sommerlichen Temperaturen ist das Jugendprojekt „Überleben vor der Haustür“, das von dem Sozialpädagogen Björn Otto ins Leben gerufen wurde, eine Herausforderung. Das Survival-Camp, das vom Bauteil 5 schon mehrere Male für Jungen angeboten wurde, ist nämlich eine Veranstaltung, bei der Handys, Süßigkeiten und andere liebgewordene Gewohnheiten keine Rolle spielen. „Es war eine spontane Idee, das Camp auch einmal auszuprobieren, wenn es richtig kalt ist und ordentlich Schnee liegt“, sagte Björn Otto. 

Beim Überleben vor der Haustür geht es vor allem darum, mal ein paar Tage völlig ohne elektrischen Strom, ohne Handy und Gameboy auszukommen und alles selber zuzubereiten sowie die Natur wirklich hautnah zu erleben. Schnell fand sich eine Gruppe von sechs Personen im Alter zwischen 13 bis 41 Jahren zusammen, die am Jahresende bei Temperaturen von bis zu minus 10 ° C ihren Spaß hatten. 

Eingemummelt in jeweils zwei Schlafsäcke und einer selbstgebauten „Heizung“ aus Steinen für das Zelt – damit es  beim Schlafen gehen etwas wärmer war – übernachteten die Camper im nahe gelegenen Landschaftsschutzgebiet bei Friedrichsdorf bei einem strengen Winterwetter. „Die zweite Nacht haben wir sogar außerhalb des Zeltes am Lagerfeuer geschlafen“, erzählte Björn Otto.  
 

Natürlich hatte die Gruppe alle Hände voll zu tun: Tagsüber wurde Holz geholt und zurechtgesägt, über dem Lagerfeuer gekocht, die Gegend erkundet, geklettert, Abseilen und „Prusiken“ – also eine spezielle Klettertechnik geübt, die man benötigt,  um zum Beispiel aus Gletscherspalten zu klettern. Natürlich wurden auch Unterstände und Iglus gebaut. „Nur beim Eisangeln waren wir erfolglos“, berichteten Kevin Heinrichs,13,. und Kevin Kaczmarczyk, 17. 
 

„Es war eine tolle Erfahrung bei „sibirischer“ Kälte mal auszuprobieren, wie es ohne die Annehmlichkeiten des modernen Lebens so läuft“, waren sich die Camper einig. „Vor allem wurde nichts schlecht, da sofort alles eingefroren war“, fasst Otto die positiven Aspekte zu- sammen. „Nur die Mandarinen haben es nicht überlebt“, gibt der Sozialpädagoge zu.    
 

Bild: Es schmeckt und ist schön heiß: Kevin Heinrichs am Lagerfeuer mit dem selbst gemachten Weißkohlgericht.


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